Thursday, 7 July 2016

Antwort auf die Frage - Ich will Biologie oder Biotechnologie studieren, hast Du einen Rat?


Rhabarber Hautzellen


Liebe/Lieber ....

Ich habe ursprünglich Biologie studiert. Ich liebe einfach die Wissenschaften und besonders das Leben im größeren Umfeld. Am Anfang erschien es als Student als einer der weniger optimalen Lösungen da das Fach so breit ist dass wir ein volles Pensum an Vorlesungen und Praktika hatten. Die Künstler hatten viel mehr Freizeit!

Biologie:

Schau dir die möglichen Studiengänge an um zu sehen welche dir erstmals eine breite Einleitung geben, damit du später entscheiden kannst in welche Richtung innerhalb der Biologie du gehen möchtest (Zoologie, Botanik, Mikrobiologie, Ökologie usw.). Schau schon ein bisschen in die Zukunft um nach mögliche Ziele wie die Arbeit im eigenen Land oder unter Wasser in der schönen warmen Südsee oder sogar an einer Polarstation anzustreben. Es wird ja auch viel im Labor gearbeitet und da muss man dann darauf einstellen - möchte man mit Tieren arbeiten oder vielleicht mit Projekten die später medizinische Vorteile haben könnten. Für viele, und ich gehörte auch dazu, scheinen Pflanzen anfangs eher langweilig zu sein - an einer Stelle gebunden, allgemein grün, vielleicht ein paar schöne Blumen! Aber man lernt bald, dass die menschliche Ernährung von der genetischen Vielfalt der Pflanzen total abhängig ist; dass eben weil Pflanzen meist statisch sind, sie auch die ausgefeilschten Chemiker der Biologie sind; und dass die große Vielfalt, von der kleinsten Alge bis zum riesigen Überlebenden Kauri Bäumen aus der Dinosaurierzeit, reicht.

Biotechnologie:

Ich hatte das wahre Glück in einer Zeit zu arbeiten wo die Biotechnologie zu Blüte kam. Sie ist nun einer der wichtigsten und schnell wachsenden wissenschaftlichen Bereiche. Die möglichen Zukunftschancen und Bereiche in denen man arbeiten kann sind enorm; von Medizin zur Agrarwirtschaft, von Evolution bis hin zu Brauerei. Im Gegensatz zu vielen biologischen Fächern ist man ein Schritt entfernt vom Lebewesen (außer Bakterien, Viren, Pilzen und höhere Zellkulturen). In den meisten Fällen sind die ersten Schritte die Herstellung von höchstens 1 ml klar durchsichtige Flüssigkeiten, die entweder DNA, ein wichtiges Protein, oder Produkt enthalten. Einige Projekte and denen ich gearbeitet habe waren:

  • Resistenzen gegen Pflanzenviren zu entwickeln
  • Nach Lösungen für eine mehr als 100-jährige Epidemie der Kartoffelnematoden zu suchen
  • Ich war an Projekten beteiligt wo man aus kleinen pflanzlichen Proben Tausende von neuen Pflanzen erzeugen konnte 
  • Unsere Firma war auch an der Erkennung von wichtigen Merkmalen in Laubbäumen und Eukalyptus tätig und konnte mittels Gentests den Ursprung eines Baumes in einer Eukalyptusplantage in Spanien zurück zum ursprünglichen natürlichen Wald in Australien herausfinden

Biologie/Biotechnologie als Karriere:

Karrieremäßig ist eine Ausbildung in einer der Wissenschaften immer vom Vorteil. Im technischen Bereich gibt es die dauerhaftesten Stellen. Wenn man den Weg zur Forschung antritt besteht die Anstellung oft anfangs von ein bis dreijährigen Projekten, die von Fördergeldern finanziert werden. Wenn man gut ist geht es weiter, aber oft dann in Projektleitung und weg von der praktischen Seite. Wenige schaffen es zu Dozenten oder Professoren. Rund 85 % Leute springen von der Forschungsschiene ab. Aber viele finden das ihre Ausbildung sie sehr gut für andere Stellen vorbereitet.

Egal wofür du dich entscheidest, das wichtigste ist das man Spaß daran hat Fragen zu stellen, Sachen infrage zu stellen, am herauszufinden von neuem Wissen - und das man einfach den Spaß an der Arbeit im Labor oder im freien Felde hat.

Mit einem kleinen Vorsprung von 35 Jahren, kann ich dir zurückblickend noch dazu sagen: mach was dir Spaß macht! Und wenn es sich anders herausstellt als du gedacht hast, es gibt immer eine Chance einen neuen Weg und ein neues Abenteuer einzuschlagen.

Alles beginnt mit einem ersten Schritt.

Dieser Artikel stammt aus einem Brief den in an jemanden schrieb die Interesse an ein Biologie oder Biotechnologie Studium hatte.

Chris war über 20 Jahre in der Pflanzenforschung tätig, zuletzt bei einer Biotechfirma in Cambridge, bis ihn die immergegenwärtige Gefahr der Freilegung von Stellen am Ende erwischte. Nun ist er Verleger für kleine Autoren. Er hat immer noch spass an den Wissenschaften! Er Fotografiert gerne durch das Mikroskop und stellt auch seine Bilder beim jährlichen Cambridge Open Studios aus. Als Brite kämpft er gutgelaunt mit der deutschen Rechtschreibung.

Antwort auf die Frage - Ich will Biologie oder Biotechnologie studieren, hast Du einen Rat?


Rhabarber Hautzellen


Liebe/Lieber ....

Ich habe ursprünglich Biologie studiert. Ich liebe einfach die Wissenschaften und besonders das Leben im größeren Umfeld. Am Anfang erschien es als Student als einer der weniger optimalen Lösungen da das Fach so breit ist das wir ein volles Pensum an Vorlesungen und Praktika hatten. Die Künstler hatten viel mehr Freizeit!

Biologie:

Schau dir die möglichen Studiengänge an um zu sehen welche dir erstmals eine breite Einleitung geben, damit du später entscheiden kannst in welche Richtung innerhalb der Biologie du gehen möchtest (Zoologie, Botanik, Mikrobiologie, Ökologie usw.). Schau schon ein bisschen in die Zukunft um nach mögliche Ziele die Arbeit im eigenen Land, oder unter Wasser in der schönen warmen Südsee oder sogar an einer Polarstation anzustreben. Es wird ja auch viel im Labor gearbeitet und da muss man sich auch dann darauf einstellen - möchte man mit Tieren arbeiten oder vielleicht mit Projekten die später medizinische Vorteile haben könnten. Für viele, und ich gehörte auch dazu, scheinen anfangs Pflanzen eher langweilig zu sein - an einer Stelle gebunden, allgemein grün, vielleicht ein paar schöne Blumen! Aber man lernt auch bald, dass die menschliche Ernährung von der genetischen Vielfalt der Pflanzen total abhängig ist; das eben weil Pflanzen meist statisch sind, sie auch die ausgefeiltesten Chemiker der Biologie sind; und dass die große Vielfalt, von der kleinsten Alge bis zum riesigen Überlebenden Kauri Bäumen aus der Dinosaurierzeit, reicht.

Biotechnologie:

Ich hatte das wahre Glück in einer Zeit zu arbeiten wo die Biotechnologie zu Blüte kam. Sie ist nun einer der wichtigsten und schnell wachsenden wissenschaftlichen Bereiche. Die möglichen Zukunftschancen und Bereiche in denen man arbeiten kann sind enorm; von Medizin zur Agrarwirtschaft, von Evolution bis hin zu Brauerei. Im Gegensatz zu vielen biologischen Fächern ist man ein Schritt entfernt vom Lebewesen (außer Bakterien, Viren, Pilzen und höhere Zellkulturen). In den meisten Fällen sind die ersten Schritte die Herstellung von höchstens 1 ml klar durchsichtige Flüssigkeiten, die entweder DNA, ein wichtiges Protein, oder Produkt enthalten. Einige Projekte and denen ich gearbeitet habe waren:

  • Resistenzen gegen Pflanzenviren zu entwickeln
  • Nach Lösungen für eine mehr als 100-jährige Epidemie der Kartoffelnematoden zu suchen
  • Ich war an Projekten beteiligt wo man aus kleinen pflanzlichen Proben Tausende von neuen Pflanzen erzeugen konnte 
  • Unsere Firma war auch an der Erkennung von wichtigen Merkmalen in Laubbäumen und Eukalyptus tätig und konnte mittels Gentests den Ursprung eines Baumes in einer Eukalyptusplantage in Spanien zurück zum ursprünglichen natürlichen Wald in Australien herausfinden

Biologie/Biotechnologie als Karriere:

Karrieremäßig ist eine Ausbildung in einer der Wissenschaften immer vom Vorteil. Im technischen Bereich gibt es die dauerhaftesten Stellen. Wenn man den Weg zur Forschung antritt besteht die Anstellung oft anfangs von ein bis dreijährigen Projekten, die von Fördergeldern finanziert werden. Wenn man gut ist geht es weiter, aber oft dann in Projektleitung und weg von der praktischen Seite. Wenige schaffen es zu Dozenten oder Professoren. Rund 85 % Leute springen von der Forschungsschiene ab. Aber viele finden das ihre Ausbildung sie sehr gut für andere Stellen vorbereitet.

Egal wofür du dich entscheidest, das wichtigste ist das man Spaß daran hat Fragen zu stellen, Sachen infrage zu stellen, am herauszufinden von neuem Wissen - und das man einfach den Spaß an der Arbeit im Labor oder im freien Felde hat.

Mit einem kleinen Vorsprung von 35 Jahren, kann ich dir zurückblickend noch dazu sagen: mach was dir Spaß macht! Und wenn es sich anders herausstellt als du gedacht hast, es gibt immer eine Chance einen neuen Weg und ein neues Abenteuer einzuschlagen.

Alles beginnt mit einem ersten Schritt.

Dieser Artikel stammt aus einem Brief den in an jemanden schrieb die Interesse an ein Biologie oder Biotechnologie Studium hatte.

Chris war über 20 Jahre in der Pflanzenforschung tätig, zuletzt bei einer Biotechfirma in Cambridge, bis ihn die immergegenwärtige Gefahr der Freilegung von Stellen am Ende erwischte. Nun ist er Verleger für kleine Autoren. Er hat immer noch spass an den Wissenschaften! Er Fotografiert gerne durch das Mikroskop und stellt auch seine Bilder beim jährlichen Cambridge Open Studios aus. Als Brite kämpft er gutgelaunt mit der deutschen Rechtschreibung.

Wednesday, 8 July 2015

Mein Treffen mit Dame Evelyn Glennie

Wenn der Gedanke „Was soll ich anziehen?“ durch meine Gedanken huscht, dann merkt man wie wichtig dieses Treffen für mich war, bin ich doch sonst ganz leger. „Ist sie eine Diva?“ war eine andere Sorge – denn sie ist Dame Evelyn Glennie, neuerdings Gewinner des Polar Musik Preis. Am meisten ging aber die Ermahnung durch mein Kopf „Sie heißt E – VE –Lin, nicht ieh-Vlin!“

Wie kam es zu diesem Treffen? Autorin Brenda Gillian (“Maiseerola and the Purple Sweets”, ein Kinderbuch aus unserem Verlag (see http://miltoncontact.co.uk/maiseerola) ist Geschäftsberater für Evelyn Glennie. Sie lud mich zu einem ‚Brainstorming‘ Treffen mit Team Glennie ein.

Ihr warmer Willkommensgruß und freundliches Lächeln beseitigten meine Sorgen. Hier war jemand der nicht auf einem Podest über uns ragte, sondern eher die Fläche als nützlichen Ruheplatz für eine Trommel in ihrem Zimmer benutzen würde.

Unsere weitschweifende Diskussion drehte Sich um Evelyns Nachlass. Auf langer Sicht ist ihr Ziel ein Zentrum rundum dem Klang, übergreifend auf diverse Aspekte des menschlichen Lebens. Sie ist nicht ‚nur‘ eine weltberühmte Perkussionistin, die diese Rolle als Soloist erfunden und erobert hat. Evelyn ist auch eine inspirierende Rednerin (TED Talk, Polar Preis Rede); sie begeistert Schulen und Schüler; Sie komponiert und ist selber in Film und Ton verewigt. Ihre Sicht schweift in einem breiteren Blick in die Zukunft.

Als erster Schritt hat Evelyn entschlossen dass sie die Welt selber als Zuhörer, als Lauscher in unseren Welten erforschen will. Ob zu Hause in Großbritannien oder auf ihre weltweiten Auftritte; geplant sind Gespräche mit Virtuosen, Experten, Prominenten und auch Menschen wie wir. Sie will erfahren wie und wann das Zuhören (Listening) für uns lebensverändernd ist.

Jedes Gespräch kommt zu seinem natürlichen Ende. Nach stundenlanger lebhafter Debatte, neuen Ideen und möglichen Lösungen setze eine Stille ein.

„Darf Ich um einen Gefallen bitten?“ Evelyn schaute mich mit leichter Besorgnis an nach meiner Frage, mit Berechtigung. Nachdem ich meine Idee für ein Bild erläuterte, zwinkerten ihre Augen. Kurz danach kniete Teamkollege  Adam auf einem Stuhl in etwas ungemütlichere Lage für die beigefügten Bilder. Alles lief reibungsfrei – bis Adam eine unpassende Bemerkung von sich gab und wir alle in helles Gelächter ausbrachen – siehe letztes Bild.


„Das ist also Evelyn Glennie!“ dachte ich, als ich mich auf dem Heimweg machte: Virtuosin; inspirierendes Vorbild; Mensch.

Tuesday, 23 September 2014

Unternehmerdelegation nach Großbritannien: Neue Märkte erkunden

Beispiel Potsdam Green Ventures.

Als Geschäftsführer einer KMU werden sie gelegentlich einen Punkt erreichen wo ihr Blick vom alltäglichen Markt innerhalb Deutschlands ein bisschen weiter zum Horizont und über die Landesgrenzen schwebt. Vielleicht ist ihr Produkt sehr erfolgreich im deutschen Sprachraum. Oder der örtliche Markt ist gesättigt und die Konkurrenz wächst und drückt ihren Profit. Auf jedem Fall ergibt sich die Frage „wie stehen die Chancen in einem neuen Markt?“



Der einfachste und kostengünstigste Weg sich zu erkundigen ist die Teilnahme an einer Delegationsreise ins Zielland.

Ich bin vor kurzem von so einer Delegation zurückgekehrt. Aber nicht als Deutscher, sondern als Brite der bei eine solchen Delegation aus Deutschland Hilfe leistete.

In diesem Fall kam die Delegation nach Großbritannien hauptsächlich aus der Brandenburger Gegend. Sie wurde von der IHK Potsdam organisiert und durch die britische Firma Europartnerships im Zielland betreut.

Die meisten Delegationsreisen haben einen Schwerpunkt. In diesem Falle war es Cleantech, alles um Recycling und erneuerbare Technologie.

Die IHK in Potsdam bemühte sich ein interessantes Gemisch aus verschiedenen Firmen und Experten aufzubauen, im ganzen ca. 14 Personen im Cleantech Bereich. Die Firmen stellen sich weiter unten selber vor.

Die Aufgabe des britischen Partners war geeignete Kontakte und auch relevante Ausflüge in Großbritannien zu finden. Europartnerships sorgte auch dafür, dass es eine entsprechende Begleitung und Sprachhilfe während des Aufenthalts im Land gab. Dazu wurde ich zum Beispiel, als etablierter Europartnerships Partner und Brite mit Deutschkenntnissen, mit einbezogen.

Es wurde ein dreitägiges Programm angeboten. An jedem Tag befanden wir uns in einer anderen Stadt: London, Cambridge, und Birmingham. In London und Cambridge gab es Präsentationen und Geschäftstreffen am Vormittag und dann Ausflüge am Nachmittag. Im diesen Fall waren es Besuche von großen Recyclinganlagen. In ihrem Fachbereich wird man dann entsprechende Ortsbesuche vereinbaren.

In Birmingham gab es eine große Energiemesse. Wir hatten Räumlichkeiten auf dem Messegelände gemietet, mit Tischen wo man sich mit britischen Partnern treffen konnte. Sonst konnte man weitere Kontakte auf der Messe selber verknüpfen.

Es gibt hauptsächlich drei Vorteile bei der Teilnahme an einer Delegationsreise:

1. Die ganze Vorbereitung, Kontaktsuche und Begleitung wird von anderen für Sie organisiert.

2. Sie erleben aus erster Hand wie ihr Markt in einem anderen Land funktioniert.

3. Sie erweitern ihre Kontakte und Kenntnisse von ihrem deutschen Markt anhand ihrer mitreisenden Partner.

Allerdings hatte Jack Nicholson völlig recht, im Stanley Kubrik Film „Shining“, als er mit der Axt in der Hand ausrief „All work and no play makes Jack a dull boy“ (Immer nur Arbeit und keine Spielerei macht Jack zum langweiligen Gefährten).

Eine gute Delegationsreise gibt Ihnen deshalb auch die Gelegenheit etwas von Land und Leuten zu sehen. Bei uns waren es dann abendliche Spaziergänge mit Führung, gefolgt von einem guten Essen in einem Pub oder Restaurant!

Natürlich hilft es bei der Reise nach Großbritannien wenn man etwas Englisch spricht. Aber auch wenn es nur radebrechend ist, bedenken Sie das nur 0,05 % von Briten überhaupt Deutsch können! Egal ob sie Englisch sprechen oder nicht, eine Sprachbegleitung ist immer nützlich bei Geschäftstreffen, es hilft nicht nur mit der sprachlichen Kommunikation. Ich kann zum Beispiel als Brite die subtileren Eindrücke und Signale für meine deutschen Partner interpretieren.

Also, zusammengefasst: es lohnt sich an einer Delegationsreise ins Ausland teilzunehmen, die von ihrer IHK organisiert wird. Sie werden eine Einsicht in den neuen Markt bekommen; vielleicht sogar praktische Kontakte knüpfen; ihr Netzwerk in Deutschland erweitern und etwas von Land und Leuten sehen. Wenn sie dann zu ihrer Firma und Arbeit zurückkehren haben sie einen anderen Überblick.

Nun zu dieser Delegation aus Brandenburg. Ich hatte ihnen versprochen dass sie sich selber vorstellen könnten. Klicken Sie einfach auf den Namen der Teilnehmer um meine spontanen Interviews mit den Teilnehmern auf YouTube zu sehen.

Antje Vargas & Marius Vargas, GeoClimaDesign: Fritz Pressel, DGAW; Fritz Reusswig, PIK; Jens Bahnemann und Nico Rothaeuser, Richter Recycling; Lutz Grundmann, Callparts Recycling; i-save Energy; Olivia Liebert, Green Ventures/IHK; Peter und Simone Heydenbluth, ERV; Roman Dinslage, INTECUS; Torsten Stehr, ETI/Green Ventures/IHK; Tristan Kretschmer, McPhy Energy; Mark Dodsworth, Europartnerships; Mike Woollacott, Greenwatt; Chris Thomas, Milton Contact Ltd.

Aus persönlicher Sicht: Jede Delegation hat ihren eigenen Charakter. Bei dieser Delegation muss ich sagen dass sie sich voll dem britischen Charakter angepasst hat, mit ihrem Humor, ihre Gelassenheit und positive Einstellung zur Reise nach Großbritannien.

Related links to articles, photo albums and videos:

Day 1 – London: Green Ventured Mission to the UK.
Day 2 – Cambridge: Green Ventures Mission to the UK.
Day 3 – Birmingham: Green Ventures Mission to the UK.
The Delegation - Green Ventures Mission to the UK.
Recycling waste in the UK - Green Ventures Mission to the UK.
Unternehmerdelegation nach Großbritannien: Neue Märkte erkunden. Beispiel Potsdam Green Ventures.
Online Photoalbum of Green Ventures – Mission to the UK
Interviews with delegates and helpers at Green Ventures – Mission to the UK

Tuesday, 9 September 2014

Schottland 1:0 Vereinigtes Königreich - egal wie der Volksentscheid ausfällt

Es ist kaum zu glauben. Erst jetzt, neun Tage vor dem wichtigen Volksentscheid zur Unabhängigkeit Schottlands, wacht England auf. Zum ersten Mal ist man sich bewusst dass Schottlands Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich wirklich möglich ist.



Egal wie die Entscheidung fällt, Schottland ist immer der Gewinner. Das Land bekommt auf jeden Fall eine größere Entscheidungsfähigkeit über seine eigene Finanzen, Wirtschaft und Regierung. Der Rest des Vereinigten Königreiches, und das bedeutet hauptsächlich England, wird viel härter von den Konsequenzen betroffen.

Wirtschaftlich sieht man das jetzt schon im Rückzug von Investoren wie Japans größte Bank, Nomura. Auch einheimische Banken wie die Royal Bank of Scotland überlegen ob es nötig ist ihren Hauptsitz aus Schottland nach England zu verlegen. Die Londoner Regierung warnt davor, dass sie nicht das Pfund in Schottland unterstützen würde. Es ist auch nicht gewiss in wie weit die Schotten ihren Anteil an den Staatsschulden annehmen würden bei Unabhängigkeit.

Politisch wird es sehr brisant, denn es gibt nationale Wahlen in Großbritannien bevor der Tag eines möglichen Abgangs Schottlands festgesetzt ist. Die Labour Party (Mitte Links) könnte die nächsten Wahlen mithilfe der jetzigen, hauptsächlich schottischen, Abgeordneten gewinnen um dann, nach Schottlands Unabhängigkeit, auf einmal sich in eine Minderheitspartei zu wandeln. Unsere Rolle auf der internationalen Bühne würde auch einen dramatischen Rückgang verspüren.

Die Position von Premierminister Cameron ist auch sehr interessant. Einerseits argumentiert er für eine größere Unabhängigkeit Großbritanniens vom Rest Europas. Andererseits argumentiert er für die Vorteile einer nahen Zusammenarbeit zwischen den Ländern im Vereinigten Königreich. Und wenn Schottland abgeht dann wird sein Name auf Ewigkeit in die Geschichtsbücher eingetragen, als der Premierminister der den Zusammenbruch des Vereinigten Königreiches übersah.

Die Königin Elizabeth II hat schroff eine Einmischung in die Debatte abgewiesen. Sehr verständlich, denn es waren ihre Vorfahren die die für ursprüngliche Vereinigung zwischen den Königshäusern von England und Schottland plädierten. Vermutlich, wenn es hart auf hart geht, möchte sie auch Königin von Schottland bleiben und nicht den schottischen Republikanern zusätzliches Material zur Abschaffung des Königshauses in dem Land schenken.

Und unsere schöne, bunte Fahne müsste möglicherweise durch eine andere ersetzt werden.

Sollte man also den britischen Markt vorerst vermeiden, bis sich die Unsicherheit sich gelegt hat?

Nein.

Auch wenn die Schotten wirklich ihre Unabhängigkeit erlangen, es verbleiben noch 65 Millionen mögliche Kunden in einem Markt der knappe 10 % seiner Wirtschaft in den Norden verloren hat. Es wird immer Markt und Wachstumschancen geben auf dem britischen Festland - mit England, Wales, Nord Irland und Schottland.

Thursday, 28 August 2014

Alternatives Sommerliches Netzwerken mit Kuchen

Ich muss gestehen, dass Kuchen immer noch ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist. Als wir uns vor einigen Wochen beim Huntingdonshire Business Network trafen, kam wieder einer meiner Kolleginnen, Ruth Ekblom (Proofreader) zu kurz beim Kaffee. Sie hat nämlich eine Gluten Intoleranz und konnte deshalb nur begrenzt die dargebotenen Kekse genießen. Brian Williamson (Inheritance Protect) bemerkte dass er noch nie glutenfreies Essen genossen hat. Entschlossen lud uns Ruth zu einem Gluten freien Tee und Kuchen ein.
Ein Teil des Gedecks

Zum Glück hatte ich in Vorbereitung nur ein leichtes Mittagessen genossen bevor ich dann in der nächsten Woche zum Termin bei Ruth antrat. Sie hatte eigenhändig mindestens neun verschiedene Gluten freie Kuchen, Kekse und dann auch noch Sonnenblumenkernbrot gebacken. Schauen Sie sich einfach die Bildergalerie an!(https://picasaweb.google.com/107595387761034666575/RuthsGlutenFreeTea)

Wir waren nur zu fünft und arbeiteten uns genüsslich durch das Sortiment bis wir fast platzten. Sogar Brian musste gestehen dass man gut Gluten frei essen kann.

Mervyn Foster (Nordic Walking) bietet für uns die Gelegenheit wieder einige von den Kalorien abzuarbeiten. Am gleichen Spätnachmittag gab es nämlich sein sommerliches „Netwalking“. Netwalking ist Geschäftsnetzwerken beim Spaziergang durch die Landschaft in Cambridgeshire. Wir trafen uns wieder in dem kleinen Dorf von Fenstanton mit weiteren Geschäftsfreunden und wanderten für 1 Stunde über Feld und Flur, am Fluss vorbei (die Ouse) und dann zurück zum Pub. Diese Bildergalerie finden Sie hier: https://picasaweb.google.com/107595387761034666575/AugustNetwalking

 Sommerliches Netwalking

Thursday, 31 July 2014

Vereinigtes Königreich, Commonwealth Spiele und EU

Kaum haben wir die Fußball-Weltmeisterschaft hinter uns und die Tour de France, da kommen die Commonwealth Games in Glasgow. Falls Sie sich nicht sicher sind was das Commonwealth ist, stehen sie nicht alleine da, denn viele Briten sind sich auch nicht so sicher!

Das Commonwealth entstand als die ehemaligen britischen Kolonien ihre Unabhängigkeit erhielten. Insgesamt 53 Länder gehören nun dazu, umfassen ein Viertel der Welt und fast ein Drittel der Bevölkerung. Es sind einfach Länder die durch Sprache Geschichte und Kultur verbunden sind, mit einem gemeinsamen Interesse an Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit. Auf politischer Ebene treffen sich die Staatsoberhäupter alle zwei Jahre für einen Gedankenaustausch.

Die Queen gilt als Symbolisches Oberhaupt des Commonwealth. Sie ist zudem auch noch Königin von einigen Ländern wie Großbritannien, Kanada, Australien und Barbados (The Realms). Manche Mitglieder haben ihr eigenes königliches Haus und viele sind Republikaner mit einem gewählten Präsidenten.



Export und Import zwischen dem Vereinigtem Königreich und dem Commonwealth Ländern

Die erste Tabelle oben zeigt den Export und Import von Großbritannien mit Commonwealth Ländern. Man sieht ganz deutlich wie sich, mit dem Abbau der Kolonialherrschaft, der wirtschaftliche Verkehr mit den ehemaligen Kolonien verringerte. Erst in den letzten Jahrzehnt Winter wieder an zu steigen.

Die folgende Tabelle gibt einen Einblick zum Wachstum des britischen Exports. Osteuropa, Afrika und Asien sind die wachsenden Märkte.

Export-Wachstum zwischen dem VK und Regionen weltweit


Für die meisten von uns liegt bei weitem das größte Interesse an den Commonwealth Games, die alle vier Jahre stattfinden. Wie immer entgegnet man bei den Berichten neue Bezeichnungen. Zum Beispiel der Begriff „Home Countries oder Home Nations“. Das sind die Nationen England, Schottland, Wales und Nordirland. Die Home Nations sind nicht mit den „Home Counties“ zu verwechseln, sie sind die Länder/Bezirke rings um London die den wirtschaftlich am reichsten Teil Großbritanniens bilden.

Der rechte, Euro skeptischer Flügel in Großbritannien sehnt sich nach einer Trennung von der EU und blickt zu den Aufbau eines Wirtschaftskreises innerhalb des Commonwealth. Zurzeit darf nämlich das Vereinigte Königreich keine unabhängigen Verträge mit anderen Commonwealth Ländern aufnehmen. Dies muss alles durch die EU geschehen. Zum Beispiel wird gerade zwischen Kanada und der EU gehandelt.

Doch im Moment erscheint es unwichtig, denn bei den jetzigen Spielen hat ein Engländer einen großen Vorteil. Wenn seine Mannschaft nicht gewinnt, kann er noch als Brite den anderen Home Nation Teilnehmern zu jubeln.

PS. Das von uns verlegte Buch „Dear Ruth“ handelt von den Erlebnissen einer Frau die Ende der sechziger - Anfang der siebziger Jahre noch als Mitglied der Kolonialadministration nach Afrika zog und ihr Herz an den Kontinent verlor. http://miltoncontact.co.uk/ruth.

Wednesday, 23 July 2014

Wenn englischer Humor den Deutschen begegnet

Der folgende Briefaustausch war einer der Höhepunkte meiner Woche. Englischer Humor wurde mit deutschem Humor beantwortet. Ich schrieb:




"Sehr geehrter Herr Scherer,

Ich besuchte heute Ihre Internetseite zu den Länderschwerpunkten der IHK bundesweit (http://www.info-weltweit.de/) und stellte mit Bestürzung fest, dass das Vereinigte Königreich merkwürdigerweise dort nicht vertreten war.

Da wir momentan einem Wirtschaftswachstum von über 2,8 % genießen und drittgrößter Exportpartner der Bundesrepublik sind, fragte ich mich was der Grund für unsere Abwesenheit sein könnte.

Es kamen dabei recht schnell eine Anzahl von Möglichkeiten in den Vordergrund. Vielleicht können Sie auf die passende Antwort hinweisen:
  1. Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich sind derart selbstverständlich, dass sie keine Erwähnung bedürfen.
  2. Premierminister Cameron hat seine europäischen Kollegen derart vergrämt, dass sie das ganze Land ausgeschlossen haben.
  3. Das britische Wetter ist einfach zu regnerisch (erklärt auch warum Irland nicht in Ihrer Liste ist).
  4. Unser Bier.
  5. Sie meinen, dass so nahe an der Fußballweltmeisterschaft es vielleicht diplomatischer wäre den Kontakt vorerst abzuwarten.
  6. Man ist beleidigt, dass William, Kate und George den halben Globus umreisen um Australien zu besuchen, wobei Deutschland einfach ein Katzensprung über den Kanal entfernt ist.
  7. In Anbetracht unserer legendären Höflichkeit haben sie sich angepasst und anstatt sich hervorzuheben, warten sie auf einer Einladung uns zu besuchen.

Ich hoffe Sie haben diesen Brief mit einem entsprechenden schmunzeln gelesen und mir dabei auch für die gelegentlichen Schnitzer mit der deutschen Rechtschreibung und Sprache vergeben.

Ich freue mich auf eine baldige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen aus einem ungewöhnlich sonnigen warmen Cambridge,

Chris Thomas

Dr Chris Thomas, Director, Milton Contact Ltd"

Die Antwort kam schon am nächsten Tag:

"Sehr geehrter Herr Dr. Thomas,

an dieser Stelle schreibe ich üblicherweise, dass ich mich sehr über die Anfrage / Anmerkung / Reaktion zu unserer Website gefreut habe. Das stimmt natürlich immer, aber sehr selten war dies so vollumfänglich richtig, wie bei Ihrer Anfrage.

Wie Sie wissen, beneiden wir Deutsche unsere englischen Freunde nicht nur für deren ausgesprochen hinreißenden Humor, sondern auch für die nahezu allgegenwärtige aristokratische Höflichkeit und Bescheidenheit. In diesem Zusammenhang ehrt es Sie, sieben potentielle englische Eigenheiten aufzuzählen, die natürlich ebenso charmant wie klischeehaft das Vereinigte Königreich beschreiben. Es wäre für mich aber ein Leichtes, Ihnen mit mindestens 70 deutschen Eigenheiten zu antworten, die ebenso zu hinterfragen wären.

Aber wenn Sie schon die Fußballweltmeisterschaft ansprechen. Ich persönlich finde, dass man bei aller Kritik an der englischen Mannschaft, das hochverdiente Unentschieden gegen Costa Rica nicht vergessen darf.

Nun aber zu Ihrer Anfrage. Sie haben recht, tatsächlich ist es so, dass das Vereinigte Königreich nicht als bundesweiter Schwerpunkt von einer IHK besetzt wird. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass die IHK-Organisation nicht über Ihr Land berät, Veranstaltungen organisiert oder ähnlich tolle Dinge anbietet. Im Gegenteil. Alle 80 deutschen IHKs betreuen eigenverantwortlich Ihr Land, allerdings jeweils nur für ihr regionales Zuständigkeitsgebiet und nicht bundesweit. Zudem ist Ihr Land ja bekanntlich hochmotiviertes Mitglied und unverzichtbare Stütze der Europäischen Union, so dass Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich eher selbstverständlich und leichter sein sollten, als dies beispielsweise mit China der Fall ist. Insgesamt bilden sich solche überregionalen Länderspezialisierungen insbesondere für Länder, die ausgewiesenes Expertenwissen bedürfen, das nicht an 80 Standorten bereitgestellt werden kann. Hinzukommen noch einige historisch gewachsene Schwerpunkte, beispielsweise von Ländern, die erst seit kürzerer Zeit in der EU sind.

Leider gehen bei den deutschen IHKs vergleichsweise wenige Anfragen zu Ihrem Land ein. Dies mag vielleicht auch an den bereits oben erwähnten gesunkenen formalen Anforderungen wie beispielsweise den fehlenden Zollvorschriften liegen.

Ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihre völlig berechtigte Anfrage einigermaßen zufriedenstellend zu beantworten. Noch einmal vielen Dank für Ihre ausgesprochen nette Anfrage. Und hoffentlich bleibt Ihnen die Sonne in Cambridge noch lange gewogen.

Freundliche Grüße

Volker Scherer
Geschäftsführer
Geschäftsbereich International
Industrie- und Handelskammer für die Pfalz
"

Ich lächelte noch lange nachdem ich den Brief gelesen hatte. 

Aus professioneller Sicht sollte man sich natürlich im geschäftlichen Briefverkehr neutral halten, besonders da beim Briefwechsel mit vorerst unbekannten Gesprächspartnern einiges daneben gehen kann. Doch in diesem Falle lief die Ausnahme positiv aus. 

Ein bisschen Mensch sein ist gelegentlich beiderseits erlaubt.

Wednesday, 16 July 2014

Fahrrad und Arbeit in Cambridge im Juli

„Get on your bike!“ (im Sinne: „Nimm Dein Fahrrad um im breiteren Umfeld nach Arbeit zu suchen (du Faulpelz)“, Politiker Norman Tebbit) war in den 80er Jahren ein kontroverser Spruch während der damaligen Wirtschaftskrise. Nun haben wir mehr Arbeit und schauen stattdessen anderen beim Radfahren zu!

 Tour de France in Cambridge photo album
Tour de France peleton in Cambridge July 7 2014

Arbeitslosigkeit in Großbritannien erreichte heute einen neuen Tiefwert, mit 6,5 % oder ca. 2,12 Millionen Arbeitslose. Die oberflächlich gute Nachricht hat jedoch dunkle Untertöne. Preis Inflation stand im Juni bei 1,9 % aber es gab keine gleich starken Lohnsteigerungen in den letzten Monaten. Wir Briten arbeiten für weniger Geld und müssen mehr für unsere Lebenskosten zahlen.

Der dramatische Schwung gegen Europa in den britischen Wahlen zum Europaparlament hat seinen Einfluss auf Premierminister David Camerons Kabinettwechsel ausgeübt. Öffentliche Befürworter von Europa, wie Kenneth Clarke, sind ausgeschieden und eher Europa kritische Politiker, wie der neue Außenminister Philip Hammond, wurden eingeladen.

Heute (Mittwoch) werden wir sehen ob Lord Hill als neuer EU-Kommissar in Brüssel angenommen wird. Einerseits wird Lord Hill als Anti Europäer beschrieben, von rechts wird er eher als pro EU betrachtet. The Guardian und The Independent bezeichnen ihn als einen kompetenten Verhandler. Wir pro Europäer können nur hoffen.

Zu erfreulicheren Nachrichten, falls Sie es nicht wussten, die Tour de France verbrachte einen Tag in Cambridge. Mit meiner Kamera gerüstet, schlenderte ich schon früh in die Stadt hinein um die Leute, Feste, und Route anzuschauen. Trotz der 100.000 Besucher konnte man gut einen Platz an der Straße finden.

Nach einer erfrischenden Tasse Tee in Browns, gegenüber vom imposantem Fitzwilliam Museum, wanderte ich noch ein bisschen in südliche Richtung um einen guten Blickpunkt mit meiner Kamera zu haben. Zum Glück hatte ich die Karnevalskarawane auf dem Hinweg noch vor der Abfahrt gefunden, denn alles zischte im Hochtempo an den Zuschauern vorbei. Nach 2 Stunden Warten, unterbrochen von dem Jubel für jeden Polizisten der auf einem Motorrad vorbeifuhr, kam endlich das Peloton. Sieben automatische Klicks mit der Kamera - und es war vorbei! Doch wir Zuschauer haben die Atmosphäre eines einzigartigen Ereignisses in unserer kleinen Stadt genossen.

Wednesday, 4 June 2014

Sind Sie Unsichtbar?

Ich war verdutzt, erstaunt, baff. Ich hatte gestern mit einem neuen Kunden gesprochen. Doch als ich eine Internetrecherche mit seinem Namen und/oder seinen Firmennamen anstellte, fand ich keine Einträge  Er war schlichtweg unsichtbar.

War mein PC kaputt? Ich versuchte die gleiche Suche mit anderen Geschäftskontakten. Bei allen konnte ich wenigstens ein paar Einträge über sie finden.

Zum Glück hatte ich eine Weiterempfehlung zu dieser Person von jemandem dem ich vertrauen konnte. Aber es hat mich doch stutzig gemacht.

Wir leben in einer Welt voller Konkurrenz. Es ist klar, dass die Information, die Sie im Internet anbieten, entscheidend dazu beiträgt ob Suchende zuerst Sie oder Ihre Konkurrenz ansprechen.

Als Geschäftsleute können wir es uns nicht leisten unauffindbar zu sein.

Wie unsichtbar sind Sie? Googeln Sie ihren Namen und ihre Firma. Können Sie von der ersten Google Seite die folgenden Fragen beantworten:
  1. Wer sind Sie?
  2. Was tun Sie?
  3. Wie kann ich Sie erreichen?
Wenn ja - Gratulation! Ihre nächste Sorge sind vielleicht die begleitenden Informationen. Wie beurteilen Sie Ihr Erscheinungsbild?

Wenn Sie und Ihre Firma NICHT auf der ersten Google Seite erscheinen oder nicht alle  Fragen zufriedenstellend beantworten können, sollten Sie dies recht schnell und einfach korrigieren.

Für eine weltweite Präsenz, gehen Sie zur deutchen LinkedIn und erstellen dort ihr Profil. Allein dadurch werden Sie bei Google leichter gefunden, kostenlos.

Brauchen Sie eine englischsprachige Präsenz? Dann können Sie Ihr LinkedIn Profil in Deutsch und Englisch erstellen.

Wenn Ihre Kunden Verbraucher sind, kann ein persönliches Facebook Profil hilfreich sein. Damit können Sie dann eine Firmenseite bei Facebook erstellen. Ebenfalls kostenlos.

Warum LinkedIn und Facebook? Lesen Sie diesen Bericht: http://cambridge-deutsch.blogspot.co.uk/2014/03/soziale-medien-fur-business-wo-fang-ich.html.

Auffindbar, Erreichbar und Ansprechbar - besser als Unsichtbar!


Friday, 23 May 2014

Eine Firma auf dem Weg vom Konkurs zum Erfolg

Zusammenfassung.


Paul Jacksons inspirierende Geschichte. Beginn mit einer Karriere durch die Erfolge und Rückgang von Lola. Die dunklen Tage des Konkurs und Redundanz. Pauls unermüdlichen Einsatz und Glaube an die Werte des Unternehmens und sein Personal. Ein neues Unternehmen, Forward Composites, steigt aus der Asche, mit Paul Jackson und Ed Collings an der Spitze. Suche nach neuen Kunden, wie die Firma ein Feuer ueberlebt und Blick auf eine erfolgreiche Zukunft. Eine Zusammenfassung des Vortrags bei der Cambridge Network-Veranstaltung im Hauser-Forum am 20. Mai 2014.

Paul Jackson, MD von Forward Composites, Huntingdon UK

Untergang.


Paul Jackson war der letzte Mann im Gebäude in 2012, nachdem die restlichen Angestellten entlassen wurden. Neugierige potentielle Käufer sahen eine einsame Gestalt wenn durch die Tuer, mit ihrer Auktionlosnummer, in sein leeres Buero spähten.

Paul verliess die Schule mit 16 Jahren um eine Lehrstelle in industriellen Musterschnitt anzutreten. Er kam zur Rennwagenfirma Lola und kletterte die Firmenleiter hinauf, im technischen Bereich und in Management bei Lola's Tochterfirma, Lola Composites in Huntingdon.

Er war trotz der schlechten Lage noch leidenschaftlich über die Faehigkeiten des Verbundwerkstoff- (Composites-)Teil des Unternehmens und dessen ausgebildete Mitarbeiter; sie brauchten nur eine neue Chance. Auch als drei Verkäufe daneben gingen und das Unternehmen zur Auktion freigestellt wurde, war Paul immer noch auf der Suche nach potenziellen Business-Verträgen.

Auferstehung.


Genau am Tag der Auktion in April 2013 nahm Paul den großen Schritt vom Mitarbeiter zum Geschäftsführer seiner eigenen Firma,. Er kaufte sie in der allerletzten Minute. Er nutzte sein eigenes Geld und Finanzen von einem ebenso überzeugten Kollegen, Ed Collings, und einen zusaetzlichen weiteren Investor der mit an Bord kam.

Forward Composites war geboren.

Präsentationen zu potenziellen Kunden hatten sich gelohnt. Die vorhandene Werkzeuge und Maschinen erschienen Thales für Kohlefaser-Verbundwerkstoffe geeignet, Hersteller des Watchkeeper UAV. Forward Kompositen sicherte sich einen Millionen-Deal, fuer den Bau von UAVs (Unbemanntes Luftfahrzeug „Unmanned Aerial Vehicles“).

Paul hatte ständig den Kontakt zu ehemaligen hochqualifizierten Mitarbeiter aufrecht erhalten. Auf seine Einladung hin kehrten sie zurück um eine neue Belegschaft aufzubauen.

Erfolg.


Bereits im ersten Jahr setzte Forward Composites mit jetzt 92 Angestellten £4,2 Millionen um.

Zu den Kunden gehörten neben Thales, nun auch Bombardier, B/E Aerospace (fuer Flugzeug Innenräume), BAE Systems (großer Modellbau); und Hyundai (Karosseriegestell für einen Vorführwagen für eine Automesse).

Mit einem Augenzwinkern kommentierte Paul Jackson, dass die Kohlenstoff-Verbundwerkstoffe der Forward Composites im neuen Mercedes F1 Motor maßgeblich zu Lewis Hamiltons aktuellen Erfolg in der 2014 Saison beitragen.

Katastrophe


Doch alles wäre fast in Flammen aufgegangen, als das Unternehmen durch einen Großbrand am 31. Januar 2014 betroffen wurde! Paul raste zur Firma mit den Schlüsseln und Gebäudeplänen damit die Feuerwehr dass Gebäude sicher betreten und den Brand bekämpfen konnte.

Paul war fest entschlossen die Firma durch diese Krise zu führen und schickte das erschütterte Personal gleich am naechsten Tag zu anderen Teilen des Firmengelaendes um die Arbeit fortzusetzen. Diesmal war die Verspätung der Lieferung einer wichtigen Maschine, bestimmt für die feuerbeschädigte Halle, ein Geschenk des Himmels, denn sie befand sich noch nicht im brennendem Gebäude.

Forward Composites konnte dieses Ereignis überstehen, dass viele andere Unternehmen wahrscheinlich nicht überlebt hätten.

Gemeinschaft, Familie.


Ein wichtiger Grundsatz Pauls war ein Gemeinschaftsgefühl unter den 92 Mitarbeiter aufzubauen. Dies geschah nicht nur durch Beratung, aktive Beteiligung und Beitraege zum Betrieb des Unternehmens. Er förderte auch eine große Gemeinschaft und das Unternehmen gründete sogar eine eigene Band.

Vertrauen.


Paul strebte danach feste Beziehungen zu Kunden und Auftragnehmern aufzubauen, um sie wieder zurueck an Bord zu bringen. Produkte wurden pünktlich geliefert und Forward Composites glaubte an prompte Bezahlung. Wie viele Unternehmen in unserer Region aus eigener Erfahrung wissen, bilden solche Vorgehensweisen ein Großes Vertrauen. (Wenn nur mehr Firmen das gleiche Verhalten zeigen würden.)

Zukunft


Die Aussichten für Forward Composites: Positiv, erwarteter Jahresumsatz im zweiten Jahr: über £7 Millionen

Das Publikum beim Vortrag an dieser Cambridge-Network Veranstaltung genoss einen großen Einblick darin, wie eine positive Überzeugung in der Fähigkeit eines Unternehmens, dessen Ausrüstung, qualifiziertes Personal, und Vertrauen der Kunden zum Erfolg führen kann.

Paul Jackson war zweifellos die treibende Kraft bei der Geburt von Forward Composites. Durch den Aufbau eines Teams, ist die Struktur von einem Einmannbetrieb zu einer Firma gewandelt worden. Diese kann nun selbstständig weiterleben und expandieren.

Abschluss.


Paul Jackson inspirierende Geschichte gab uns einen Einblick sowohl in seiner persönlichen Entwicklung als Angestellter, durch die Zeit des Erfolgs und Kündigung bei Lola, und als Geschäftsführer der Forward Composites in Huntingdon. Wir erfuhren von den dunklen Tagen der Zwangsverwaltung und Redundanz und den Wandel zu einem neuen Unternehmen. Forward Composites wuchs aus der Asche seines Vorgängers, mit einer erfolgreichen Leitung durch Paul Jackson und Ed Collings. Neben Pauls Begeisterung und Engagement wurden wir auch auf den realen Wert von Vertrauensaufbau zwischen Kunden und Lieferanten aufmerksam gemacht und an den Wert einer guten Beziehung mit dem eigenen Team erinnert.(teilen) Notizen von einem Vortrag bei der Cambridge-Network Veranstaltung, im Hauser-Forum am 20. Mai 2014.

Tuesday, 13 May 2014

Festigen Sie Ihren Kundenkontakt nach Großbritannien mit Ihrem Newsletter

Existierende britische Kunden werden oft zukünftige Kunden, wenn sie sich nur an ihre Firma erinnern würden. Newsletter bieten eine Lösung die, wenn richtig formuliert, sogar mit Interesse empfangen wird. In diesem Sinne ähneln sich Ihre britischen Kunden den deutschen. Zehn praktische Tipps anbei.

klassische Kirche in Cambridgeshire mit Feuerstein Aussenmauern

1. Nützlich für den Leser


Kunde ist König, deshalb sollte Ihr Newsletter Inhalt gezielt informativ und von praktischem Nutzen für den Leser sein. Beispiele sind: Ein Tipp aus Ihrem Expertenbereich; Antworten zu Fragen die ihnen andere Kunden gestellt haben; Eine praktische Erfahrung die Sie beeinflusst hat.

2. Persönlich gestalten


Wir werden ständig mit Geschäftsbriefen überströmt und unser Postgeingang kann mit Werbung überschüttet werden. Wenn Sie Ihre Inhalte persönlicher formulieren und gestalten dann sondern sie sich von dem restlichen Briefverkehr ab.

3. Grobe Werbung vermeiden


Wir haben es schon in Punkt 2 angedeutet, Ihre Nachricht soll nicht mit anderem Werbematerial verwechselt werden. Grobe Werbung ätzt. Doch gelegentlich können Sie auch eine Werbenachricht senden. Sie müssen nur vorher dafür sorgen dass Ihr Kunde sie gut genug kennt um zu wissen dass der Hauptteil ihrer Nachrichten von Nutzen für ihn sind.

4. Kurze, einfache Sätze aber gutes Englisch


Wenn Sie volles Vertrauen in Ihr Englisch haben, schreiben Sie dennoch eine Vorlage in Word mit Nutzung der englischen Rechtschreibung- und Grammatik- Korrektur. Sie können auch die Lesbarkeit ihres Textes auf der folgenden Seite überprüfen: http://read-able.com/. Kurze Sätze und ein schlichtes Vokabular helfen Ihnen dabei. Ich vermisste einen ähnlichen Dienst im deutschen Sprachbereich bis Ulrich Heker mich auf folgende hinwies: http://www.leichtlesbar.ch/html/index.html und http://geld-im-netz.de/tools-blogger-autoren-texte/.

5. Lassen Sie ihren Text von einem englischen Native Speaker bearbeiten


Wenn Sie weniger Vertrauen in Ihr Englisch haben, können Sie den Text von einem Native Speaker anpassen lassen. Am besten benutzt man jemand der Sie, ihre Firma und ihr Fachbereich kennt.

6. „Pictures speak a thousand words“


Ein Bild oder eine gute Grafik verschönern nicht nur einen Bericht, sie erhöhen auch die Akzeptanz beim Empfänger. Der wird sich aber bei Ihnen bedanken, wenn sie ihr Bild in einem kleineren Format anbieten, denn Bilder mit mehreren Megabyte Größe verlangsamen den E-Mail Verkehr. Verkleinerung auf 600 × 400 Pixel Format oder Verlinkung mit einem Bild im Netz sind vorgeschlagen.

7. Handy-gerechte Gestaltung


Besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen werden E-Mails und Internetseiten zu einem großen Anteil auf dem Handy des Empfängers gelesen. Deshalb ist es besser den Text entweder in einer Spalte zu gestalten oder ein Design mit fluiden Layouts zu benutzen.

8. Einen guten Betreff


Schauen Sie sich ihren eigenen Posteingang mal an. Ich wette sie können schon beim Lesen des Betreffs entscheiden, welche E-Mails Sie lesen wollen und welche löschen. Deshalb, nachdem sie ihren Artikel geschrieben haben, versuchen sie den Sinn in einem kurzen bündigen Betreff zu kristallisieren.

9. Messen und bewerten


Sorgen Sie dafür dass sie zumindest zählen können, wie oft Ihr Newsletter gelesen wird. Denn mit dieser einfachen Statistik lernen Sie sehr bald was Ihre Kunden interessiert oder nicht.

10. Kurze Nachrichten sind besser


Wie Sie sehen, fällt mir dieser Rat besonders schwer! Die meisten von uns haben weder die Zeit noch die Geduld längere Berichte zu lesen. Mein besonderer Dank wenn sie es bis hierher geschafft haben.

Ich bin gerne bereit Ihnen bei der Formulierung ihrer englischen Newsletter zu helfen. Sie können mich bei chris@miltoncontact.com erreichen.

Thursday, 8 May 2014

Pfizer und AstraZeneca, einen bittere Pille für GB?

Das heiße Thema der Woche in Großbritannien, ist die mögliche Firmenübernahme von AstraZeneca, die siebt größte pharmazeutische Firma der Welt, durch Pfizer an Weltspitze. Der sonst offene britischer Markt nimmt doch etwas Anstoß.



AstraZeneca ist nämlich eine der top Firmen auf der britischen Börse. Sie entstand durch eine Fusion zwischen einer schwedischen Firma und der Zersplitterung der alten britischen ICI. AstraZeneca hat ein großes Sortiment an Medikamenten gegen wichtige Krankheitsformen, zB. Krebs, Infektion oder im neurologischen Bereich.

Astra Zeneca hat selber weitere Firmen einverleibt. Für uns hier in Cambridge waren es Cambridge Antibody Technology und Medimmune, dessen Abteilungen immer noch stark in der Forschungsentwicklung hier tätig sind. AstraZeneca spielt eine wichtige Rolle als renommierter Teilnehmer auf dem rasch wachsenden Zentrum der Medizinforschung, Das BioMedical Campus zu Addebrookes.

Warnungen aus Schweden und vom ehemaligen Chef der AstraZeneca weisen auf Pfizers Ruf Firmen aufzukaufen und auszuschlachten. Es wird vorgeworfen, dass der Hauptgrund für Pfizers die billigere Steuerregelung in Großbritannien für Firmen ist. Staatssekretär Dr Vince Cable verspricht dem britischen Parlament dass dies nicht zugelassen wird. Premierminister Cameron äußert sich gelassen solange die Stellen von britischen Angestellten gewährleistet sind.

Obwohl der Rat von AstraZeneca die erste Annäherung von Pfizer zurückgewiesen hat, glaubt der Markt das eine Übernahme bei £56 pro Aktie bevorsteht. Wenn dies geschieht, wird es die größte Firmenübernahme in Großbritanniens Geschichte sein.

Thursday, 24 April 2014

Verstehen Sie Ihren Englischen Gesprächspartner? Wirklich?

Bei der Begleitung von deutschen Firmen in Großbritannien, bei Markterkundungsreisen, frage ich nach jedem Treffen mit einer britischen Firma, „Haben Sie alles verstanden?“ Die Antwort kann zwischen 5 % und 100 % liegen, auch bei Leuten die fließend Englisch sprechen und verstehen. Dialekt, Tonlage und Sprachgeschwindigkeit beeinflussen alle ein Verständnis der englischen Sprache. Hier erhalten Sie die Möglichkeit einigen Geschäftsleuten in Großbritannien zuzuhören um zu sehen wie viel Sie wirklich verstehen.



So wie in Deutschland das Hochdeutsch, wurde in der Vergangenheit die Aussprache „Received Pronunciation“ von Institutionen wie die BBC und das Theater bevorzugt. Es passte sehr gut zu der damaligen Klassengesellschaft von „Upper Class“, „Middle Class“ und „Working Class“. Ein alter englischer TV Sketch illustrierte dies wunderbar (erste Minute in Schwarz-Weiss bei https://www.youtube.com/watch?v=K2k1iRD2f-c).

Mein Vater war bei der britischen Armee und wenn er am Telefon sprach, konnte ich sofort erkennen ob er mit einem einfachen Soldaten sprach oder mit einem Offizier, denn er passte sein Akzent an.

Doch die Zeiten ändern sich. Nun darf man in Großbritannien auch seinen eigenen Akzent haben, nur nicht zu betont bitte! Denn auch heutzutage sagt ein Akzent viel über einen Briten aus. Ich bin immer überrascht wie meine Frau oft jemanden zu einer bestimmten Gegend verknüpfen kann, wo ich selber keine Unterschiede höre.

Ich habe die folgenden Interviews von Geschäftskollegen vor kurzem gefilmt (außer Richard Wishart, ein guter Geschäftsfreund den ich als schottisches Beispiel mit einbezogen habe). Wir waren auf einer örtlichen Messe,“ The Huntingdonshire Business Fair“. Ich habe einige einfache Fragen gestellt. Die Videos sind alle nur ein paar Minuten lang. Hören Sie doch einigen zu um Ihre Englischkenntnisse zu üben!

England (Nord London/Essex/Süd England Varianten):

Nord Irland: Fiona McGonigle https://www.youtube.com/watch?v=clUHv0xUroI

Schottland: Richard Wishart - http://youtu.be/wWRqMub9qT8

Es sind hauptsächlich leichte Akzente die sich mehr oder weniger der „Received Pronunciation“ annähern.

Wenn Sie bei einigen Schwierigkeiten hatten, dann sind Sie sogar unter den Engländern nicht allein. Zurzeit läuft auf BBC eine Verfilmung von „Jamaica Inn“. Die leise Aussprache und der Akzent aus Cornwall führte zu Beschwerden von vielen Zuschauern wegen Unverständlichkeit. Es gab in der Presse eine spöttische Umbenennung der Serie als „Jamaica Inaudible“!

Ich biete Begleitung und sprachliche Unterstützung für deutsche Geschäftsbesucher in Großbritannien an, falls Sie dies für Sie behilflich ist.

Wednesday, 16 April 2014

Englische wirtschafliche Dominanz im Vereinigten Königreich

Die neuesten Wirtschaftsdaten aus Großbritannien sind positiv. In diesem Bericht möchte ich nun einen Vergleich zwischen den verschiedenen Nationen im Vereinigten Königreich geben.

Der Aufstieg aus der britischen Rezession geht unaufhörlich weiter. Neuste Daten dieser Woche: Die Inflationsrate liegt nun bei 1,6% während zum ersten Mal Gehälter einen Aufstieg von 1,8% sehen. Trotz allem, gibt es viel nachzuholen in Großbritannien, denn seit der Wirtschaftskrise hat die Bevölkerung unter einem Gehaltsverlust von ungefähr £1600 gelitten.

In einem vergangenen Bericht sprach ich vom Nord-Süd-Gefälle im Vereinigten Königreich. Hier wird nun veranschaulicht wie Der Beitrag der verschiedenen Nationen ist, mit Import, Export und Anzahl von Betrieben. Die Zahlen stammen aus 2013 und 2011.


Alle Daten vom Office for National Statistics extrahiert.

Das Vereinigte Königreich exportierte Güter und Dienstleistungen zu einem Gesamtwert von fast £300 Milliarden. Importierte allerdings einen Wert von £407 Milliarden - also ein Handelsdefizit von über £107 Milliarden.

Die beiden folgenden Grafiken zeigen wieviel die einzelnen Nationen des Vereinigten Königreiches dazu beigetragen haben. Ein Teil der Importe und Exporte konnte keinem eindeutig Land zugewiesen werden und sind deshalb als unbekannt markiert (unknown).


Man sieht sofort wie England, mit 84%, den Import dominiert. Schottland, die zweitgrößte Nation, hat nur einen Anteil von 4%.

Beim Export sind Schottland und Wales etwas aktiver, jeweils mit 7% und 4%, doch England liegt wieder mit 74% an der Spitze.

Wenn man nun die Anzahl der registrierten Betriebe in den verschiedenen Nationen anschaut (2011), dann sieht man das mehr als vier Fünftel der Betriebe ihren Sitz in England haben (England 86%, Schottland 7%, Wales 4% und Nordirland 3%).

Die Briten ärgern sich wenn man Großbritannien einfach mit England verwechselt im Gespräch. (Besonders wenn man kein Engländer ist!)

Bei uns sind die einzelnen Nationen viel stärker in unserem Geist gegenwärtig. Die wirtschaftlichen Zahlen machen aber diesen leichten Fehler bei ausländischen Besuchern eher verständlich.

Tip: Äussern Sie aber nicht diese Tatsache mit Ihrem britischen Gesprächspartner! Kleine Nationen haben eine grosse Empfindlichkeit.

Thursday, 10 April 2014

Lebensmittelhandel, David und Goliath in Großbritannien

Die neuesten Zahlen über den Lebensmittelhandel im Vereinigten Königreich für das erste Quartal 2014. Es gab einen leichten Anstieg von 2 % zu einem gesamten Umsatz von £26 Milliarden. Der Lebensmittelhandel in Großbritannien wird bei 98 % von den Supermarktketten dominiert. Allein die großen vier, Tesco, Asda, Sainsbury‘s und Morrisons umfassen 76.20% des Marktes (Bild 1).

Bild 1. Anteil am britischen Lebensmittel Markt
Obwohl Sainsbury’s einen kleinen Wachstum im Vergleich zum letzten Jahr verspüren konnte, zeigten Tesco und Morrisons eher einen Rückgang (Bild 2). Dagegen hatten Aldi, Lidl und Farm Foods einen dramatischen Zulauf an Kunden im letzten Jahr.
Bild 2. Lebensmittelhandel UK Wachstum zwischen Quartal 1 von 2013 und Q1 von 2014

Obwohl unser Wirtschaftswachstum mit 2,9 % ganz oben liegt bei den Industrienationen und Optimismus zur Zukunft der britischen Wirtschaft in der Bevölkerung steigt, spürt man noch die Rezession im eigenen Portmonee. Gehälter und Einkommen sind in den letzten fünf Jahren gesunken während Lebensmittelpreise schneller als die Inflationsrate gestiegen sind. Der Konsument schaut sich um nach billigeren Angeboten.

Wie die großen Supermarktketten reagieren ist interessant. Tesco erweitert zurzeit seine Internetpräsenz und will mehr kleine Eckläden zu seinem Portfolio hinzufügen. Asda setzt auf Wachstum und will 16.000 neue Angestellte in den kommenden Jahren haben.

Die beiden großen können sich es leisten. Asda ist ein Teil von Walmart, Nummer eins im Einzelhandel weltweit und Tesco steht auf Platz vier. Wie der Lebensmittelhandel und der Einzelhandel in Großbritannien verbunden sind sieht man aus Bild 3. Die Namen der Firmen die im Lebensmittelhandel tätig sind, sind in rot markiert.



Top 25 UK Einzelhandel für 2013

Wir Briten werden also hauptsächlich weiter in unseren großen Supermärkten Lebensmittel einkaufen. Und wenn wir zum Eckladen gehen, dann ist es sehr wahrscheinlich dass er Teil einer großen Supermarktkette ist. Aber die kleinen Ketten holen auf!

Tuesday, 1 April 2014

High Tech Cambridge: Firmengründung, Start und Wachstum

Kings College während des High Tech E-luminate Festivals

Cambridge ist schon dem Namen nach ein interessanter Ort für Firmen. Eine weltbekannte Universitätsstadt mit einem starken Hauch von Hightech und Biotech. Wir sind gerade in einem dramatischen Aufschwung und erwarten einen Zuwachs von bis zu 70.000 neuen Zuwanderern in den nächsten Jahren. Deshalb ist die heutigen Nachricht dass die Stadt und die Umgebung 500 Millionen £ in Fördermittel in den nächsten Jahren bekommen ein positives Zeichen. Wir brauchen mehr Hilfe mit der Infrastruktur, es kann bis zu 1 Stunde dauern um Cambridge im Stoßverkehr zu durchqueren, knapp 8 km!

Unsere Stadt hat drei große Wirtschaftssphären, die Universität, der Hightechbereich und die konventionelle Wirtschaft. Diese Arbeiten zum Teil alle fast selbstständig, doch sie überschneiden sich leicht an ihre Grenzen.

Die Einsteiger im Hightech Bereich sind meistens kleine Firmen, mit ungefähr fünf Partner oder Angestellte und einer neuen Idee. Sie entspringen entweder von der Universität, anderen Firmen oder bilden sich aus neuen Gruppierungen von Unternehmern die schon in der Vergangenheit erfolgreich kleine Firmen gestartet und geleitet haben.

Deren Brutstätten sind meistens die Science Parks, wie das Cambridge Science Park und das St John‘s Innovation Centre. Dort können Sie ein bisschen wachsen, bis zur kleinen KMU. Der Sinn ist oft so erfolgreich zu werden mit dem originalen Konzept, dass man von einer größeren Firma dann ausgekauft wird. Die Unternehmer können so mit Gewinn aussteigen und wieder mit einer neuen kleinen Firma anfangen.

Der andere Weg ist Investition anzulocken, die eine weitere Wachstumsphase erlauben. Da dies oft einen Umzug in größere Gebäude bedeutet, ziehen die Firmen mehr zum Rand von Cambridge in die nächsten Satellitenentwicklungen, wie im Babraham Research Park und Granta Park.

Im Biotechbereich gibt es auch entsprechende Business Parks, wie Hinxton und in den nächsten Jahren das Biomedical Campus bei Addenbrookes.

Dort gibt es genügend Land für die größten Firmen.

Cambridge schaut auch auf seine Haupt-Konkurrenten, und gleichzeitig Partnerstädte, Oxford und London, denn als Triumvirat werfen Sie den Blick weltweit über Großbritanniens Grenzen.

Cambridge verinnerlicht ein Paradox, einerseits ist es noch eine Kleinstadt. Andrerseits ist es eine Welt Stadt.

Englische Aprilscherze, historisches und neues aus Cambridge

Der 1. April ist nun vorbei. Doch ich wollte kurz einige von den besten Aprilscherzen in Großbritannien ansprechen.

Der Klassiker stammt aus dem Jahre 1957. Das renommierte BBC Aktuelle Nachrichtenprogramm Panorama brachte einen Bericht über die besonders gute Spaghettiernte im Grenzgebiet Schweiz-Italien. Nach diesem Programm waren wirklich viele Engländer davon überzeugt, dass Spaghetti auf Bäumen wächst und mit der Hand geerntet wird. https://www.youtube.com/watch?v=27ugSKW4-QQ

Mein Lieblings Aprilscherz kam in der Form eines Naturberichtes über eine besondere Art von Pinguine. In 2008 wurden Sie uns von der BBC vorgestellt, eine neue Gattung von fliegenden Pinguinen, die nach Südamerika zogen um dort zu überwintern. https://www.youtube.com/watch?v=9dfWzp7rYR4

Heute, (ich schreibe diese Blogs an einem Dienstag) gab es zwei schelmische Beiträge aus Cambridge die mir gefielen.

Der erste Bericht ist vom Kaplan des berühmten Kings College Chapel Chor. Ernsthaft wird berichtet, dass wegen der zunehmenden Internetauftritte, es nicht mehr möglich war den Knabenchor beizubehalten. Es erwies sich auch als schwierig einigen von den Männerchor dazu zu überreden sich mit einem kleinen operativen Schnitt zu einer höheren Tonlage zu verhelfen. Die Lösung kam natürlich aus der Universität, aus der Physikabteilung. Seitdem soll der Chor Helium verwenden um die höheren Töne zu erreichen. https://www.youtube.com/watch?v=ukDAfF0-8q8

Der zweiter Beitrag kam von der zoologischen Abteilung der Universität. Es war ein Bildgag. Man hätte ein neues gestreiftes Nashorn entdeckt. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=657235400980978&set=a.657235430980975.1073741841.125405637497293&type=1&relevant_count=1

Mit dem Blick zum möglichen Abgang Schottlands aus dem vereinigten Königreich, berichtete die renommierte Zeitung „The Telegraph“, dass sofort nach der Unabhängigkeit neue Pfundmünzen gemünzt werden. Das Profil von Alex Salmond, Schottlands Premierminister, wird das Bildnis der Queen ersetzen. http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/scotland/scottish-politics/10735711/Alex-Salmond-to-replace-the-Queen-on-new-Scottish-pound-coin.html

Tuesday, 25 March 2014

Wirtschaft GB: Nord-Süd Gefälle und Knotenpunkt London

Wer sich ein bisschen länger mit Großbritannien befasst und gelegentlich beim Besuch die BBC Nachrichten zuhört, dem werden einige, oft-verwendete Ausdrücke eingeprägt. Es wird vom „North-South Divide“ (das Nord-Süd-Gefälle) gesprochen und London dominiert überhaupt in den Nachrichten.


Bevölkerungsdichte GB - Office for National Statistics 2011
Bevölkerungsdichte DE - Readers Digest Atlas

Eine Karte der Bevölkerungsdichte Großbritanniens zeigt vier geballte Gebiete. So schlimm sieht es gar nicht aus im Vergleich zu Deutschland. Im Südosten sitzt ganz deutlich London als ein Knoten. Auf halber Höhe zwischen Wales und der Wölbung von East Anglia findet man Birmingham, Wolverhampton und Coventry. Fast halbwegs hoch in der Mitte Großbritanniens gibt es die Ballung durch die Großstädte Liverpool, Manchester und Leeds. Dann geht es weiter hoch nach Schottland bevor man wieder eine dichtere Bevölkerung zwischen Glasgow und Edinburgh sieht.

Doch im englischen Sprachgebrauch wird schon angedeutet wie die Verhältnisse wirklich sind. Birmingham, nur 200 km von London, gilt nämlich als „Midlands“ - die Mittelländer. Liverpool und Manchester sind definitiv „Up North“, also im Norden. Und Schottland, tja, ist eben Schottland.

GB Mietkosten 3 Zimmerwohnung zu £550 pro Monat. Blau = erschwinglich, Braun = zu teuer. von BBC Seiten "Where can I afford to live"
DE Kaltmieten pro Quadratmeter. Von Scout 24 - Corporate Blog



Wenn wir uns nun die Mietpreise anschauen, dann sieht man ganz deutlich, es gibt einen sehr teuren Süden Englands (den sich viele nicht leisten können) im Vergleich zum Rest des Landes. Die Ausnahme sind die großen Ländereien im hohen Norden Schottlands. Da sind die Wohnkosten in Deutschland viel gleichmäßiger übers Land verteilt.

GB Autobahnnetzwerk. Chris Marshal 2001
DE Autobahnnetzwerk. Wikipedia

Nun zu London. Schaut man sich das britische Autobahnnetzwerk an, dann sticht London hervor als der Knotenpunkt des Landes. London, ein Fünftel der britischen Wirtschaft. Magnet für täglich 800.000 Pendler, von denen manche wirklich sogar vom (britischen) Norden herunterreisen. Dazu ist London auch noch das Finanz- und Regierungszentrum. Boris Johnson, London Mayor, zitiert oft dass das Bevölkerungswachstum der Hauptstadt einer vollen U-Bahn Ladung pro Tag entspricht.

Für deutsche Firmen die den britischen Markt anpeilen, sind deshalb London und der Süden oft das betörende Hauptziel.

Doch wer die Scheuklappen abzieht und nach Norden schaut, sieht auch dort Marktchancen und Lücken, kostengünstigere Anlagen und Angestellte.

Die Village People sangen vielleicht "Go West" in ihrem Schlager. Mein Vorshlag ist eher - "Go North"!

Tuesday, 18 March 2014

Marketing mit dem Münchhausener Zopf-Prinzip

Hurra! Unser neuester Bericht ist veröffentlicht worden. „Team work and technology“ ist in der Februar Ausgabe von “The Technologist“ erschienen. Kollege, Zahntechnikermeister und Freund Ulrich Heker, Inhaber von Teeth’R‘US berichtet über die Anwendung von Skype über Landesgrenzen hinaus im zahnmedizinischen Bereich. (Ich hab ihn übersetzt und der britischen Mentalität angepasst).


Doch was hat dies mit Marketing und Münchhausens Zopf zu tun?

Ich lernte Ulli vor einigen Jahren kennen im Rahmen Markterkundungsreise aus Nordrhein-Westfalen nach Großbritannien die ich für die Handwerkskammer betreute. Es stellte sich bald heraus, dass es zwei große Hindernisse gab.

Erstens gab es viele Konkurrenten, die sich an der vermeintlichen zahnärztlichen Goldmine Großbritannien bereichern wollten. Zweitens, die britischen Zahnärzte hatten überhaupt keine Kenntnis von der deutschen Zahntechnik.

Mein Rat:

„Du musst dich am eigenen Zopf über die Konkurrenz empor ziehen und gleichzeitig deine zukünftigen Kunden über diese bessere Technik erziehen!“ 

Zu meiner freudigen Überraschung war Ulli bereit diesen neuen Weg vorsichtig einzuschlagen.

Der Weg führte zu der Verfassung von Berichten über Methoden wie Teleskopkronen, die hier in Großbritannien fast unbekannt waren, in zahntechnischen Zeitschriften. So erwarb sich Ulli den Ruf als Experte und Ansprechpartner für britische Zahnärzte. Weiterhin gab es ihm Material für sein Email Marketing.

Diese Strategie können sie auch selber in Ihrem Geschäftsbereich als Teil Ihres Einstiegs in den britischen Markt verwenden. Befolgen Sie diese drei Regeln:

  1. Schreiben Sie einen informativen Bericht über eine Facette ihres Fachwissens.
  2. Vermeiden Sie auf jedem Fall eine zu offensichtliche Werbung.
  3. Lassen Sie ihren Bericht übersetzen und lassen sie ihn auch von einem Muttersprachler unserem "Way of Life" ampassen.

Nebenbei bemerkt: Die Geschichten des Freiherrn von Münchhausen wurden zuerst von dem geflüchteten deutschen Gelehrten Rudolf Erich Raspe in England, in englischer Sprache, verfasst. Übersetzungen und Neuerzählungen kamen nachher durch Gottfried August Bürger in den deutschen Sprachraum.

Ich bin Ihnen gern bei der Bearbeitung Ihrer Berichte in GB behilflich.
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