Tuesday, 18 March 2014

Marketing mit dem Münchhausener Zopf-Prinzip

Hurra! Unser neuester Bericht ist veröffentlicht worden. „Team work and technology“ ist in der Februar Ausgabe von “The Technologist“ erschienen. Kollege, Zahntechnikermeister und Freund Ulrich Heker, Inhaber von Teeth’R‘US berichtet über die Anwendung von Skype über Landesgrenzen hinaus im zahnmedizinischen Bereich. (Ich hab ihn übersetzt und der britischen Mentalität angepasst).


Doch was hat dies mit Marketing und Münchhausens Zopf zu tun?

Ich lernte Ulli vor einigen Jahren kennen im Rahmen Markterkundungsreise aus Nordrhein-Westfalen nach Großbritannien die ich für die Handwerkskammer betreute. Es stellte sich bald heraus, dass es zwei große Hindernisse gab.

Erstens gab es viele Konkurrenten, die sich an der vermeintlichen zahnärztlichen Goldmine Großbritannien bereichern wollten. Zweitens, die britischen Zahnärzte hatten überhaupt keine Kenntnis von der deutschen Zahntechnik.

Mein Rat:

„Du musst dich am eigenen Zopf über die Konkurrenz empor ziehen und gleichzeitig deine zukünftigen Kunden über diese bessere Technik erziehen!“ 

Zu meiner freudigen Überraschung war Ulli bereit diesen neuen Weg vorsichtig einzuschlagen.

Der Weg führte zu der Verfassung von Berichten über Methoden wie Teleskopkronen, die hier in Großbritannien fast unbekannt waren, in zahntechnischen Zeitschriften. So erwarb sich Ulli den Ruf als Experte und Ansprechpartner für britische Zahnärzte. Weiterhin gab es ihm Material für sein Email Marketing.

Diese Strategie können sie auch selber in Ihrem Geschäftsbereich als Teil Ihres Einstiegs in den britischen Markt verwenden. Befolgen Sie diese drei Regeln:

  1. Schreiben Sie einen informativen Bericht über eine Facette ihres Fachwissens.
  2. Vermeiden Sie auf jedem Fall eine zu offensichtliche Werbung.
  3. Lassen Sie ihren Bericht übersetzen und lassen sie ihn auch von einem Muttersprachler unserem "Way of Life" ampassen.

Nebenbei bemerkt: Die Geschichten des Freiherrn von Münchhausen wurden zuerst von dem geflüchteten deutschen Gelehrten Rudolf Erich Raspe in England, in englischer Sprache, verfasst. Übersetzungen und Neuerzählungen kamen nachher durch Gottfried August Bürger in den deutschen Sprachraum.

Ich bin Ihnen gern bei der Bearbeitung Ihrer Berichte in GB behilflich.

Tuesday, 11 March 2014

Soziale Medien für Business Marketing, wo fang ich an?

Sind Sie Einsteiger in der Verwendung von „Social Media“ als Teil ihrer Marketingstrategie? Oft ist dem erste Rat den Sie begegnen, "Sorgen Sie zuerst für eine klare Soziale Medien Vermarktungsstrategie für Ihre Firma ehe Sie weiterfahren."

Doch wie können Sie dies erfolgreich erreichen, wenn sie als Einsteiger noch nicht genügend über soziale Medien informiert sind?

Dieser Bericht soll Ihnen bei den ersten Schritten helfen.

Schauen wir uns mal an was andere Social Media Marketing Firmen tun und wie sie denken. Die Angaben kommen von dem hauptsächlich amerikanischen "Social Media Marketing Industry Report 2013" und basieren auf Antworten von 3025 Teilnehmern. (Ich kann den vollen Bericht empfehlen, er ist hier erhältlich www.socialmediaexaminer.com).

Die Vorteile von Social Media Marketing


Die folgende Grafik zeigt den Anteil der positiven Antworten in Prozent auf neun verschiedenen Leistungen.




Mehr als drei Viertel der Teilnehmer sahen eine erhöhte Marktpräsenz und einen Anstieg in der Anzahl von Besuchern zu ihren Webseiten als die Hauptvorteile von Social Media Marketing. An dritter Stelle stand die Fähigkeit mehr Einsichten in den eigenen Markt zu gewinnen. Nur 43 % notierten eine sofortige Umsatzsteigerung. Diese stieg jedoch an bei Firmen die schon seit längerer Zeit ihr Marketing mit Social Media betreiben.

Der sofortige Vorteil von Social Media Marketing besteht aus erhöhter Sichtbarkeit und Interaktion mit ihren Kunden. Hinzu kommt eine tiefere Einsicht in den eigenen Markt.

Welche soziale Medien?


Diese Frage kann unterschiedlich interpretiert werden:

  1. Welche soziale Medien werden von Firmen verwendet?
    Oder
  2. Welches soziale Medium ist das wichtigste für Ihre Firma?

Die Antworten sind auch dadurch differenziert, ob Ihre Kunden andere Firmen sind (B2B Firmen) oder Endkunden (B2C Firmen).



B2B Firmen benutzen mehrere soziale Medien in ihren Vermarktungsstrategien. Facebook, LinkedIn und Blogs waren die am häufigsten verwendeten Medien. Geforlgt von YouTube, Google+ und Pinterest, dem neuesten Stern am Horizont. Facebook und LinkedIn waren die wichtigsten Medien wenn gefragt wurde, welches Soziale Medium würden Sie an erster Stelle einsetzen?




Für Vermarktung an Endkunden (B2C) wurden haupsächlich Facebook und Twitter verwendet, gefolgt von LinkedIn, Blogs und YouTube. Auch hier war Pinterest ein neuer Aufsteiger. Allerdings war Facebook mit einem Anteil von 67 % bei weitem das beliebteste soziale Medium für B2C Firmen. Blogs und Twitter folgten mit Anteilen von jeweils 19 % und 16 %.

Trends für 2014

Für 2013 hatten Firmen einen größeren Einsatz von YouTube, Pinterest und Google+ geplant. Ebenfalls im Aufwind befindet sich Podcasting, d.h. Tonbeiträge zum downloaden.

Die ersten Schritte ihrer eigenen Social Media Marketing Strategie

Meine persönlichen Empfehlungen sind wie folgend:

  1. Beginnen Sie zunächst mit EINEM sozialen Medium.
  2. Erstellen Sie ein interessantes persönliches Profil und/oder Firmenprofil im Medium Ihrer Wahl.
  3. Laden Sie einen engen Kreis von Geschäftsfreunden und Kollegen ein Ihrem bevorzugten sozialen Medium zu folgen.
  4. Benutzen Sie Ihre Mitgliedschaft um Information, Fakten und Kontakte in Ihrem Geschäftsbereich zu sammeln.
  5. Bitte tragen Sie auch Ihre eigenen interessanten und relevanten Beiträge zu Diskussionen und Gruppen bei.
  6. Bleiben Sie am Ball bis sie ein gutes Gespür für ihr ausgewähltes soziales Medium entwickeln.
  7. Die gewonnenen Fakten und Selbstvertrauen erlauben Ihnen dann Ihre Firmenstrategie zielgerecht anzupassen. Nun können Sie auch andere soziale Medien zu ihrer Vermarktungsstrategie hinzufügen.

Wie viel Zeit sollte ich in Social Media Marketing investieren?


Einsteiger verbringen oft weniger als 5 Stunden in der Woche mit Social Media Marketing. Mit zunehmendem Erfahrung steigt dies zu mehr als 6 Stunden pro Woche. Ein Drittel der Firmen investieren mehr als 11 Stunden in der Woche in ihrer Social Media Marketingstrategie. Wie sonst im Leben, je mehr Sie hineinstecken desto mehr können Sie ernten.

Wo erhalte ich weitere Hilfe und Informationen?


Ich kann den kostenlosen Bericht von www.socialmediaexaminer.com mit weiteren Statistiken und Einsichten in Social Media Marketing in 2013 empfehlen.

Tauschen Sie sich mit erfahrenen Freunden und Kollegen aus. Suchen Sie nach jemand der nicht nur willens ist seine Erfahrung mit Ihnen zu teilen, sondern auch die Fähigkeit hat dies verständlich zu erklären.

Eines meiner Netzwerke, 'The Huntingdonshire Business Network', hat Mitglieder die hilfreich und informiert sind über soziale Medien bei unseren Treffen. (Leider bedeutet dies für Sie eine Reise nach Cambridge!)

Halten sie auch Ausschau nach kostenlosen oder günstigen Kursen die Ihnen eine gute Einleitung in soziale Medien geben können. Ist der Lehrer gut, fantastisch! Dann lernen Sie direkt von Ihm. Wenn nicht, dann wenden Sie sich an ihre Klassenkameraden - somit gründen sie wenigstens eine Selbsthilfegruppe!

Wenn Sie Hilfe in Großbritannien brauchen, kann ich Ihnen natürlich behilflich sein.

Viel Glück mit ihren Social Media Marketing Abenteuer. Ich würde mich über Ihr Feedback freuen!

Tuesday, 4 March 2014

Wenn es um Geld geht, gibt es noch Landesgrenzen

Keine Grenzen innerhalb der EU? Anscheinend doch wenn es um Geld geht. Wir hatten eine rege Diskussion darüber in der Gruppe "Anglo-German Business Network", auf dem sozialen Geschäftsnetzwerk LinkedIn.

Im Prinzip hat sich Europa auf die SEPA Regelung eingestellt, um finanzielle Handlungen zwischen den Mitglieder Staaten zu erleichtern. Die Kosten einer Geldüberweisung zwischen Länder sollten nicht die Kosten innerhalb eines Landes überschreiten.

Ja, alles schön und gut solange es innerhalb der Eurozone ist. Bei den britischen Banken ist das etwas anders. Man muss nämlich mit großer Mühe Pfund in Euro umtauschen und umgekehrt. Dies ist offensichtlich eine schwierige Tat die extra Gebühren verlangt.

Für diejenigen von uns die über die Landesgrenzen zwischen GB und der Eurozone Rechnungen verschicken ist es etwas unverständlich. Was bei uns per Knopfdruck als einfache Umrechnung geht, scheint manchen Banken Kopfschmerzen zu bereiten. Ein Teilnehmer an der Diskussion wurde sogar gebeten ein Extrakonto mit monatlichen Gebühren aufzustellen PLUS Bearbeitungsgebühren für jede Auslandsüberweisung, einfach nur um seine Europa Zahlungen zu bearbeiten. Einfach unverschämt!

Als Geschäftsleute, ob in Deutschland oder in Großbritannien, sollten wir aber versuchen es so einfach wie möglich für unsere Kunden zu machen, damit sie wenigstens nicht schikaniert werden.

Mein Ratschlag ist, die Rechnung in der Landeswährung des Kunden auszustellen. Da entstehen möglicherweise Bank Handlungskosten beim Wechsel zur eigenen Währung. Die würde ich automatisch im Kostenvoranschlag einbauen. Nicht die beste Lösung für uns aber hoffentlich gibt es zufriedene Kunden.

Wenn es schon einen regen Handel gibt, da lohnt es sich auch ein örtliches Konto im Kundenland aufzustellen um dort die Rechnungen einzahlen zu lassen.

O.K., höre ich schon die Stimmen. Jetzt noch die nächste Frage. Was passiert denn mit Mehrwertsteuer? Das ist wohl Thema für einen späteren Bericht.

Interesse an GB? Vielleicht kann ich Ihnen weiterhelfen.

Chris Thomas, Milton Contact Ltd

Tuesday, 25 February 2014

Was gelernt zu Firmen-Namen, Logos und Werbesprüche

Letzten Freitag gab es eine Bedeutende Vorstellung, über die Verbindung zwischen Firmenname, Logo und Werbeslogan für unsere eigenen Firmen. Les Hammond, Leiter von Driving Risk Matters, gab uns einen Überblick zu diesem Thema mit Humor und erklärte dann was für einen Einfluss diese Gedanken auf seiner eigenen Firma hatten.

Les bietet Firmen Hilfe bei der Risikoplanung für Ihre Fahrzeuge und Fahrer. Als ich zuerst mit ihm ins Gespräch kam vor einigen Monaten sprudelte er noch vor olympischer Begeisterung, nachdem er erfolgreich mehrere tausende Fahrer für Sportler und Ihre Begleitung für die Londoner Olympiade 2012 ausgebildet hatte. Danach gründete er seine eigene Firma und die Leitsätze seiner Präsentation am Freitag waren Gedanken die noch frisch in seinem Gehirn saßen.

Sein neuer Firmenname, Driving Risk Matters, entwickelte sich mit viel grübeln und testen. Er wollte dass der Name sofort etwas über die Firma aussagt. Grob übersetzt bedeutet er „Fahrer Risiko ist von Belang “. Wie immer in der englischen Sprache kann der Satz auch anders gelesen werden (wir lieben die Doppeldeutigkeit), „Aktiv Risikothemen anpeilen“. Der Kern seiner Firmenfunktion wurde dadurch schon mit dem Namen hervorgehoben.

Nun kann der Logoentwurf. Unzufrieden mit den Gedanken von Designern die er ansprach, entwickelte er seinen eigenen Entwurf. Verschachtelte Umrisse von einem Kopf mit einer Straße die zum Kern des Gehirns führt. Man sieht‘s besser gleich im Logo Bildnis selbst! Wieder gibt es eine Verknüpfung von Straße= fahren, zum Gehirn= Denken und den mehreren Köpfen= Fahrer. Genial!


Zuletzt kommen wir zur „Strapline“, dem Werbeslogan. Ich beneide Les für seine Findigkeit für kurze bündige und relevante Sprüche. Aber auch er knobelte an Wortverbindungen herum bis er den fand der ihn am besten gefiel: Die kurze Version „Concept to Compliance“ (vom Konzept zur rechtlichen Einhaltung“. Eine ausführlichere Version „Helping you run your company fleet with fewer accidents, lower running costs and less stress“ (Hilfe bei der Leitung Ihrer Firma mit weniger Unfällen, geringeren Betriebskosten und weniger Stress).

Freitags ist mein Netzwerktag und Les Hammond‘s Vorstellung war Teil unser wöchentliches Treffens beim Huntingdonshire Business Network. Auf dem Heimweg begleitete ich einen weiteren Geschäftsfreund, Richard Wishart, Delivery Management. Natürlich plauderten wir über die heutige Einsichten. Komischerweise habe ich einen kurz und bündigen Werbesatz auf Deutsch für meine Beratertätigkeit für deutsche Firmen die nach England kommen „Beraten, Verbinden, Begleiten“ (einen Dank übrigens an Ulrich Heker, Teeth’R’US, der diesen Satz Vorschlag). Aber langsam wurde ich unzufrieden mit meinem englischen „Helping you communicate in print, pictures and person, locally and internationally“. Richard drehte sich zu mir und sagte „Wie wärs mit: „Getting Your Message Across“?“ (Ihre Botschaft übermitteln/vermitteln).

Da sieht man die Kraft und unerwarteten Vorteile vom Netzwerken!

Komischerweise, fällt es mir viel einfacher anderen bei ihrer Formulierung zu helfen. Es macht regelrechten Spaß einen deutschen Artikel oder Firmen Bericht ins englische zu übertragen und zu optimieren. Der bisherige Höhepunkt dieser Woche war die Erscheinung meines Artikels für Teeth’R’US in der zahnärztlichen Fachzeitschrift „Dental Technician“. Mit dem Titel „Team work and technology“ handelt der Bericht von der praktischen Anwendung von Skype im zahntechnischen und zahnärztlichen Labor über Landesgrenzen.

Fanden sie‘s interessant? Dann bitte abonnieren (oben rechts) um zukünftige Berichte per E-Mail zu bekommen.

Kann ich Ihnen helfen? Rufen Sie mich an - 0044 1223 440024 - oder schicken Sie mir eine E-Mail an chris@miltoncontact.com

Wednesday, 19 February 2014

Britische Wirtschaft und ein künstlerisches Paradigmenwechsel

Dreimal gute Nachrichten in dieser Woche in GB, zum Erstaunen der Medien! Inflationsrate, Arbeitslosenzahlen und das Hochwasser, alle sind im Abklang.

Die Inflationsrate im Januar durchbrach zum ersten Mal die 2% Bodenlage, mit 1,9%. Heute hatten wir das die Arbeitslosenzahlen weiter gesunken sind und bei einem neuen Tief von 7,1% liegen. Damit sind einzig zwei Schwellenwerte überschritten worden, die als Auslöser für eine Änderung der Zinsrate durch die Bank of England ursprünglich galten. Doch die Zinsrate von 0,5 % wird vorerst auf nächste Zeit noch beibehalten.

Das erfreuliche an den Arbeitslosenzahlen ist, dass auch die schwersten betroffenen Gruppen, wie die Jugendlichen, einen abklang sahen. Langsam verbreitet sich ein vorsichtiger Optimismus zur britischen Wirtschaftslage. Doch wir Briten werden nicht vergessen dass unsere Löhne und Einkommen bei einem ein-prozentigen Anstieg immer noch der Inflationsrate hinterher hinken.

In dieser Woche klingen auch endlich die Hochwasser an der Themse ab. Reporter konnten endlich ein paar Stunden Sonne genießen und die Gummistiefel ausziehen. Doch für die von der Flut betroffenen steht noch ein langer Weg zur Wiederkehr in ihren Häusern vor. Nach den ersten politischen Machtkämpfen in der letzten Woche, widmete sich Premierminister David Cameron fast ausschließlich an die betroffenen, zu meinem Respekt.

Am Wochenende hatte ich eine erfreuliche Rolle, als ich als Sprecher für die Cambridge Open Studios die Jahreshauptversammlung leitete. Eine Organisation von Künstlern, von Künstlern geleitet, organisiert die Cambridge Open Studios jährlich Tage der offenen Tür für teilnehmende Künstlerstudios, an vier Wochenenden im Juli. Ich nehme als Hobbyfotograf auch daran teil.

Vor vier Jahren standen wir vor dem Konkurs. Mit der Wirtschaftskrise kam der Entzug von öffentlichen Mitteln. Wir hätten untergehen können, stattdessen durchzogen wir einen Paradigmenwechsel. Statt einem festen Büro mit Angestellten und langwierigen, auf Papier verwalteten Prozeduren, entschlossen wir uns ganz digital zu organisieren. Unsere Mitglieder, zu der Zeit etwa 200, hielten die Treue als wir den Versuch unternahmen. Schon im ersten Jahr waren unsere Ziffern im schwarzen, und wir sind von Jahr zu Jahr weiter gewachsen. Durch Selbstfinanzierung sind wir nun eine Organisation mit über 470 Teilnehmer und mit einem großen finanziellen Polster.

Für uns war das der beste Beweis, dass man in eine Wirtschaftskrise nicht einfach nur durchhalten muss, sondern dass man auch viel Erfolg haben kann wenn man anders denkt.

Und wenn sie im Juli nach Cambridge kommen, sind Sie als Besucher bei unseren Studios willkommen!


Tuesday, 11 February 2014

Sonnige Wirtschaft, verregnetes Großbritannien

Endlich geht es wieder bergauf in Großbritannien. Wirtschaftswachstum liegt über 2% und das BIP für 2014 wird mit durchschnittlich 2,7% vorhergesagt.

Die positive Wirtschaftslage spiegelt sich nun auch in unseren Stadtzentren wieder, wo die Anzahl der leeren Geschäfte (Shop Vacancy Rate) unter 14% gesunken ist. Es lohnt sich allerdings die Ziffern näher anzuschauen, denn es gibt große regionale Unterschiede.

Markt in Cambridge Zentrum


Einerseits haben wir den Nordwesten Englands, wo 17% der Einzelhändler leer stehen. Andererseits hat Cambridge, das Zentrum keine 2 km von mir, nur 6% leere Geschäfte - die Ziffer stammt sogar noch vom letzten Jahr. Im Durchschnitt schneiden die Kleinstädte mit weniger als 200 Einzelhändlern gut ab mit nur 9% leere Plätze. Mittelgroße Städte stehen bei 12% und Einkaufszentren bei 15,4%. London, immer das Wirtschaftszentrum des Landes, treibt einen regen Handel mit nur 9% der Geschäfte unbesetzt.

Ein etwas unangenehmerer Trend wird durch die Städte mit den größten Einkaufszentren erzeugt, deren Wachstum sich nämlich negativ auf die umliegenden kleineren Städte auswirkt.

Doch momentan dominiert das Regenwetter unsere Nachrichten. Die anscheinend unaufhörliche Reihenfolge von Stürmen, die von Westen her auf den Süden prallen, haben das Land so mit Regen gesättigt dass wir nun Überschwemmungen in Somerset und entlang der Themse haben. Obwohl diese hauptsächlich durch die Milliarden Tonnen Wasser aus dem Himmel erzeugt werden, wendet sich die Wut der Betroffenen und der Medien gegen die Politiker und zuständige Behörden, deren angebliche Sparsamkeit oder Misswirtschaft wesentlich zu dem Problem beigetragen haben.

Hochwasser in Huntingdon an der Great Ouse

Auch Cambridge und die umliegenden Fens, tief liegendes Neuland das zum Teil auch unterm Meeresspiegel liegt, erleben Hochwasser. Zum Glück wird das durch die Auen wie geplant verteilt.

Deshalb verstehen besonders die Bauern in unserer Gegend die Notlage von ihren Kollegen im Süden Englands. George Munns, von Westmoor Farm in der Nähe von Chatteris will 230 Tonnen Zuckerrüben von seinem Hof nach Somerset zu den betroffenen Milchhöfen liefern, damit sie ihr Vieh noch weiter füttern können. Seitdem dies bekannt wurde, ist er von Anrufen mit weiteren Hilfsangeboten überschüttet worden.

Chris Thomas
Milton Contact Ltd
Helping you communicate in print, pictures and person.

Sunday, 2 February 2014

England, Schottland und die EU - Stein, Papier, Schere Spiel

Eigentlich kann man nur Mitleid mit Prime Minister Cameron haben. Der starke rechte Flügel in der Konservativen Partei verpflichtet ihn zu einem Volksentscheid über Großbritanniens Mitgliedschaft in der EU. Am liebsten würden sie Großbritannien mit einer politischen Schere aus der EU herausschneiden.

Doch diese Woche hat das House of Lords, die zweite Kammer im britischen Parlament, einen Antrag auf einen Gesetzentwurf zur Volksentscheidung zurückgewiesen. Eine zweite Niederlage für Cameron war die Zurückweisung des französischen Staatschefs, dem der Premierminister um Unterstützung für EU Reformen bat.

Die Regierung hofft, dass die Rede von Gouverneur Carney, Bank of England, sich positiv für eine andere Volksentscheidung einsetzt, nämlich über den Schritt zur Unabhängigkeit Schottlands. Schottland will nämlich das Pfund beibehalten. Gouverneur Carney wies darauf hin, dass dies eine finanzielle Abhängigkeit vom restlichen Großbritannien bedeuten würde.

Dieser Scherenschnitte zur Unabhängigkeit, Streitigkeiten um Papiergeld, sind allerdings Kleinigkeiten in einem Land mit jahrtausendlanger Tradition. Wir kehren zurück zu einem harten, steinernen Kern, den ‚Stone of Scone‘ und seine wichtige Rolle bei der Krönung des nächsten Staatsoberhauptes!

Der ‚Stone of Scone‘ ist ein Stück schottischer Sandstein, ca. 660 mm x 455 mm x 270 mm, der bei der Krönung eines schottischen Königs, unterm Thron saß. Nach alten Sagen brachten die dalriadaischen Skoten diesen Stein aus dem irischen Königsreich nach Schottland. Fergus Mór mac Eirc wurde als erster schottischer König auf diesem Stein im Jahr 501 nach Christi gekrönt.

In 1296 brachte der englische König Eduard I den Stein als Kriegsbeute zurück nach Westminster. Er wurde in den königlichen Thron ‚King Edward's Chair‘ eingebaut, auf dem seitdem die meisten britischen Könige gekrönt worden sind. Ein Vertrag zwischen Schottland und England im Jahre 1328 sollte eine Heimkehr des Steines erlauben, doch dies wurde durch öffentliche Demonstrationen in England verhindert.

Erst nach der Vereinigung des schottischen und englischen Königreichs unter James I von England (James VI von Schottland), erfüllte der ‚Stone of Scone‘ wieder seine Rolle als Königstein für Schottland.

1996 kehrte der‚Stone of Scone‘ endlich wieder zurück nach Schottland. Nun ruht er im Krohn Zimmer von Edinburgh Castle mit den Kronjuwelen Schottlands. Nach derzeitigen Abkommen wird der Stein wieder nach Westminster gebracht, zur Krönung des nächsten Staatsoberhauptes.

Die große Frage ist, was geschieht nun, beim Austritt von Schottland aus Großbritannien? Schottischer Premierminister Alex Salmond will vorerst das Königshaus auch in Schottland als Staatsoberhaupt beibehalten. Die schottische Kirche hat schon darauf hingewiesen, dass dies eine separate Krönung in Schottland bedarf.

In einem politischen Spiel von, Stein, Papier, Schere besteht nun die Frage, wird der ‚Stone of Scone‘ nun seinen ewigen Ruhestand in Schottland, unter einem schottischen Thron, haben?
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